Archiv

Zum Tode von Prof. Dr. Karl Oettle

VON: HILMAR STURM

Vertreter einer offenen Betriebswirtschaftslehre, die sich auch mit "Nonprofits" beschäftigt, verstorben.

Am 4. November 2009 ist in München Prof. Dr. Karl Oettle im Alter von 83 Jahren verstorben.

Als Professor für Betriebswirtschaftslehre der Ludwig-Maximilians-Universität München hat er schon vor Jahrzehnten über nicht-erwerbswirtschaftliche Betriebe geforscht und gelehrt, die man heute "Nonprofits" nennt. Von 1968 bis 1994 war er Direktor des Instituts für Verkehrswirtschaft und öffentliche Wirtschaft der Universität. Er war Ehrendoktor der Universitäten Rostock und Linz.

Seine Betriebswirtschaftslehre ging stark von den Zielen der Betriebe aus. Die Betriebe hat er in einem Spektrum vom erwerbswirtschaftlichen (kaufmännischen) Unternehmen über die beschränkt-erwerbswirtschaftlichen bis zu den rein bedarfswirtschaftlichen differenziert. "Bedarfswirtschaftlich" erscheint als viel glücklichere Formulierung als der Ausdruck "Nonprofit"; gemeint ist, dass diese Organisationen in erster Linie (als Oberziel) bestimmte Bedarfe decken oder Bedürfnisse befriedigen wollen (während Erwerbsunternehmen Bedarfe nur decken, damit sie damit Überschüsse erzielen).

Auch für das Management von Verbänden, Vereinen und anderen Nonprofit-Organisationen hat Karl Oettle wesentliche Anregungen gegeben, insbesondere im Gesundheitswesen. Zudem hat er diese Betriebe in eine gesamtwirtschaftliche Konzeption eingebunden.

Das Institut für Verbandsforschung und -beratung SVVSeminar für Vereins- und Verbandsforschung eG trauert um diesen hervorragenden Vertreter einer differenzierenden Betriebswirtschaftslehre.

Lesen Sie mehr im Artikel von Dr. Hilmar Sturm im Verbändereport 1/2010, den Sie hier herunterladen können (bitte anklicken, pdf-Datei).

Ein Schriftenverzeichnis von Karl Oettle ist auf Anfrage beim Institut erhältlich. Einer seiner letzten Artikel befasst sich mit der Finanzkrise: »Die Aufgabe der Bankwirtschaft – einige aktuelle Thesen«, erschienen in: Zeitschrift für das gesamte Kreditwesen, 62. Jahrgang, Heft 18, 15. September 2009, S. 879–882. Der Fritz Knapp Verlag hat erfreulicherweise erlaubt, dass dieser Beitrag hier zum Herunterladen bereitgestellt wird (pdf-Datei, 4 Seiten, 72 KB, hier anklicken).


11.11.09 00:19 Alter: 8 Jahr/e